Hallo, ich bin ein mallorquinischer, rot getigerter Kater und ein Jahr alt. Ich werde Simba gerufen. In den ersten paar Monaten hatte ich es nicht so gut, denn ich lebte bei einer mallorquinischen Familie, die sich nicht so toll um mich kümmerte. Doch ich hatte Glück, daß mich zwei Deutsche Zweibeiner herzlich und sehr liebevoll aufgenommen haben. Sie wohnen in unmittelbarer Nähe, besitzen schon mehrere Samtpfoten und ich habe auch schon des Öfteren mit ihnen in deren Garten gespielt. Seit diesem Moment habe ich ein tolles Leben.
Wenn die Tür zum Schlafzimmer morgens aufgeht, bin ich natürlich der Erste, der mit einer Fellmaus im Mäulchen, auf das Bett meiner Menschen springt. Dann fängt meine Morgengymnastik an. Fellmaus hochwerfen und im Sprung wieder fangen. Auch meine Menschen werfen das Mäuschen hoch und ich habe viel Spaß daran, sie zu fangen. Danach stehen meine Zweibeiner auf und es gibt leckeres Kitekat zum Frühstück, Ente und Truthahn in Gelee. Natürlich für alle Stubentiger und Gartentiger. Nach dem feinen Fresschen geht es mit schnellen Pfoten durch die Katzenklappe in den Garten. Dort möchte ich die drei Katzenmädchen Maxi, Trixi und Meusesa begrüßen, aber sie rennen vor mir weg. Das ärgert mich so, daß ich hinterher renne und maunze "Bleibt doch stehen, ich möchte euch doch nur begrüßen und mit euch spielen".
Aber sie suchen schnell das Weite und ich bleibe zurück. Enttäuscht blicke ich mich im Garten um und sehe meinen großen Freund León, einen rot getigerten Kater, 4 Jahre alt, der durch den Garten streift. Vor lauter Übermut und Freude springe ich ihn an und sofort beginnt die erste Rauferei des Tages.
Während meine Menschen frühstücken und somit beschäftigt sind, schleiche ich mich zum Grundstück. Denn 2 Häuser weiter wohnt ein wunderschönes, blauäugiges und ruhiges Samtpfötchen, aber ein Problem hat die Sache noch, sie hat einen hartnäckigen Leibwächter. Die Menschen nennen ihn "Hund" und er spricht eine komische Sprache. Beide haben ihr eigenes Häuschen auf der Terrasse. Jedes Mal, wenn ich vor dem Tor stehe, kommt ihr Beschützer knurrend und mit gefletschten Zähnen auf mich zu und verteidigt meine Prinzessin. Ich denke oft "Wie können wir nur zueinander finden?" Ich bin richtig in sie verknallt, so als hätte ich tausend krabbelnde Käfer im Bauch, die schmecken übrigens auch ganz gut, wollte ich nur mal nebenbei erwähnen. Wir reden und flirten fast jeden Tag und ich verspreche ihr, morgen wieder zu kommen. Meine Prinzessin schaut mich dann ruhig an. Aber sehe ich da nicht Sehnsucht in ihren Augen? Ich verabschiede mich von meiner Liebsten mit einem gefühlvollen Miau, Miau.
Ich bin so motiviert und glücklich, daß ich mich in Nachbarsgarten schleiche. ... Jetzt kann ich mich zu den großen Vögeln schleichen, die unter dem Orangen- und Zitronenbaum umher laufen. Ich beobachte sie und denke mir "Wenn sie ein bißchen kleiner wären, wäre das ein Leckerbissen für mich." Meine Menschen nennen sie Hühner. Was auch immer das bedeutet. Mir läuft das Wasser im Mäulchen zusammen und ich klappere mit den Zähnen und schleiche mich näher an sie ran, als plötzlich der Chef der Hühnerschar auftaucht. Heute scheint der riesige Vogel mit rotem Kamm und gelben Schwanzfedern nicht gut gelaunt zu sein. Meine Menschen nennen ihn Hahn und haben mich schon öfters vor dem Hühnerboss gewarnt. Oh je! Er kommt flügelschlagend und mit aufgeregtem, fast drohenden Gezeter auf mich zu. ... Vor diesem riesigen Vogel habe ich nämlich mächtig Respekt, denn er weicht vor mir nicht zurück wie seine Hühnerfrauen. Mit einem großen Satz rette ich mich knurrend auf die Mauer und fauche den Hahn von oben herunter an, von dort kann ich ihn in aller Ruhe anfauchen, da er zu fett ist, um dort hoch zu kommen; das freut mich dann riesig. Schnell beruhigen wir uns und es wird wieder still.
Aber oh Schreck! Da höre ich meinen Namen rufen. Meine Zweibeiner vermissen mich und suchen nach mir. Ich bin zuerst einmal still. Doch die Dosenöffner rufen und rufen "Simba, Simba, wo bist du?" Höre ich etwa Angst in den Stimmen? Also gebe ich ein klägliches Miauen von mir. Und schon höre ich die Leckerlidose rascheln. Diesen Leckerlis kann ich nicht widerstehen. Also verlasse ich meckernd mein sicheres Versteck auf der Mauer. ... Noch keuchend futtere ich ein paar Leckerlis. Dabei höre ich mir die "Predigt" meiner Menschen an, wie gefährlich es da drüben ist. Noch schnell mit ihnen schmusen, Köpfchen geben, daß sie wieder beruhigt sind und dann ab in den Garten zum Spielen. Denn jetzt ist "Simba spring hoch", eines meiner Lieblingsspiele, angesagt.
... Meine Menschen freuen sich und loben mich. Aber das Spiel macht auch durstig. Also Pause ist angesagt. Schnell Wasser schlabbern und kurz ausruhen. Meine Zweibeiner widmen sich wieder ihrer Arbeit.
Schnell habe ich wieder Langeweile. Ich schaue dahin und dorthin. Aber es ist nirgends etwas los. Es ist später Nachmittag. Alle Käfer und Schmetterlinge sind scheinbar schlafen gegangen. Wie langweilig! Was mache ich jetzt? Mein Freund León döst im Schatten und von den anderen Samtpfoten sehe ich auch niemanden. Aber, aha, da vorne, da sehe ich meinen Zweibeiner. Was der wohl in der Garage macht? Stören will ich ihn nicht. Also springe ich auf den Holzbalken, der neben dem Garagentor steht und beobachte ihn. Sehr interessant, aber was macht mein Mensch da nur? Das muß ich mir doch mal genauer ansehen. Dazu muß ich nur auf das Garagentor springen. Von dort pirsche ich mich dann an. Gedacht, getan. Aber oh weh! Das Garagenklapptor bewegt sich durch mein Gewicht nach unten und ich sitze darauf. Ich bin zum Glück abgesprungen. Aber was ist mit meinem Herrchen? Glück gehabt! Unter dem Garagentor liegt eine Hacke. Somit fiel das Tor nicht ins Schloß. Nicht auszudenken, wenn das passiert wäre und ich wäre schuld. Mein Mensch kam mit dem Schrecken davon. Warum wohl das blöde Tor runter ging? Doofes Menschending!!!
Ich mache mich vorsichtshalber aus dem Staub und verstecke mich auf meinem Aussichtspunkt in einer Palme, der ist fast 3m hoch, da habe ich eine tolle Aussicht. Da sich nichts tut und es ruhig bleibt, klettere ich von der Palme herunter und schlendere in Richtung Zaun. Dort angekommen, klettere ich auf den Zaun an der Mauer. Oben angekommen, schleiche ich mich auf der Mauer entlang in den Garten des Nachbarn. Dort sehe ich auch noch den Hühnerboss. Also muß ich höllisch aufpassen, daß er mich nicht bemerkt. Als ich so durch Nachbars Garten streife, entdeckt mich aber der Nachbar, der mich mit lautem Geknalle wegjagt. Mit einem Satz springe ich über den Zaun auf den Weg und denke noch "Dieser Mensch mag keine Samtpfoten" Unten angekommen schaue ich mich erst mal um und sehe zum Glück meine Menschen, die am Ende des Weges stehen und wie immer nach mir rufen. Sie haben mal wieder mein Abhauen entdeckt. Mit fliegenden Pfoten renne ich den Weg hoch, durch das Tor, das meine Menschen offen gelassen haben. Außer Atem komme ich an und denke für mich "Das Abenteuer ist zum Glück noch mal gut ausgegangen". Und nach diesen vielen Abenteuern verspüre ich Hunger.
Ich höre auch schon, daß es in der Küche klappert. Mein einer Mensch richtet das Abendessen für uns alle. Sie ruft mich und meinen Freund León ins Haus. Eine Katzenoma von 19 Jahren namens Bonny futtert schon fleißig. Ebenso unser Hausgenosse, Nino, ein 7-jähriger Siammischling mit blauem Silberblick.
Jetzt bekommen wir unsere Schälchen hingestellt. Es klappt nicht immer, daß wir alle gemeinsam essen. Dazu sind wir zu unterschiedlich. "Mhm, wie das lecker riecht! Was gibt es dieses Mal?" Kalb und Geflügel in Soße, natürlich von Kitekat. Nach der guten Mahlzeit ist putzen angesagt. Jeder sucht sich ein ruhiges Plätzchen. Ich schlafe zuerst eine Runde auf dem Kratzbaum in meiner Mulde. Später, wenn meine Menschenfrau auf der Couch sitzt, springe ich auf die Couch, dann muß sie die Füße ausstrecken, wenn ich komme. Denn ich kuschle mich dann zwischen ihre Beine auf meine Decke und schnurre zufrieden. Meistens ist mein Freund León schon dort und schläft. Ich putze ihn dann immer ein bißchen, dann raufen wir und dann schlafen wir dabei einfach ein.
Gähn, was für ein langer und anstrengender Tag das war. Ich träume von meinen bestandenen Abenteuern und Streichen.