Kater Moritz lebte halb zuhause, halb im Wald, jeder kannte ihn. Er schlief in der Wildfutterhütte, da der Jäger mehr über ihn lachte, als an Abschuß zu denken.
Und immer wenn er mit dem Hund lief, rannte Moritz Kilometer hinterher und wenn er keine Lust mehr hatte, blieb er an einem Platz und wartete. Er wußte genau, sobald es dunkel wurde, kam Frauchen (also ich) mit dem Auto und holte ihn ab. Dann kam er ans Auto, stieg ein und ließ sich heim kutschieren. Das ging ewig lang.
Genauso war mal ein Bekannter da und wir liefen in eine entfernte Hütte. Moritz wie immer hinterher und blieb dann auch dort in der Hütte. Als es Nacht wurde haben wir über ihn diskutiert und jeder sagte: "Der kommt schon wieder zurück, er wäre die erste Katze, die nicht wieder zurück findet." Ich sagte immer nur "Nee, der wartet, bis sein Taxi ihn abholt." Alle lachten. Je später es wurde, sagte ich, daß ich hinfahre. Und der Bekannte wollte mit, weil er es nicht glaubte. Wir sind zu dieser Hütte gefahren, von weitem sah ich schon auf dem Dach seine Augen.
Wir dahin, ich bin ausgestiegen und habe Moritz gerufen und schon sprang er vom Dach, rein ins Auto, als wolle er sagen "Wurde auch Zeit, daß ich endlich abgeholt werde".
Der Bekannte konnte das nicht glauben, sah es aber mit eigenen Augen.
Seit wir nun umgezogen sind, brauche ich nicht mehr Taxi zu spielen, er hält sich nun beim Nachbarn auf, der einen Bauernhof hat.